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    Von unserem Redaktionsteam

    Histrionische Persönlichkeiten

    lulu Verlag

    ISBN 1326234692

    142 Seiten

    12,84 € bei amazon.de

    Histrionische Persönlichkeiten, das Leben als Oper, erschienen in der bunten Reihe von Psychologie aktuell, einem renommierten Verlag aus Deutschland, der in den Fachbereichen Psychologie, Psychotherapie, Medizin, Prävention und Wellness publiziert, herausgegeben, am 1. April, von der sagenhaften Christiane Kosterarellos, die in unzähligen Publikationen, ihr Fachwissen im Bereich Psychologie bereits unter Beweis gestellt hat.

     

    In einem kurzen, klaren Vorwort verdeutlicht die Herausgeberin, dass die histrionische Persönlichkeit, in ihrer Form als Charaktermerkmal und Störung eine Art Stiefkind in der Forschung zur Persönlichkeitsstörung sei und es keine gesonderte Therapie gäbe. Menschen, die unter diesem Phänomen leiden, würden zu Emotionalität und Dramatisierungen neigen. Wunderbar, genau das richtige Buch für mich, da auch ich mit diesen Symptomen zu kämpfen habe.

    Nach einer prägnanten Überschrift, die in dicken Lettern verdeutlicht – Histrionische Persönlichkeitsstörung – und dem sagenhaft geschwungenen Einleitungswort – Die – gefolgt von der klein geschriebenen Wortergänzung – histrionische Persönlichkeitsstörung (HPS) – geht es gleich in die Vollen. Munter, in schneller Reihenfolge werden die wichtigsten Themenbereiche in gewohnter Präzision mit durchdringender Klarheit dargelegt. So wie bei Wikipedia….

    Ein leichtes Kribbeln durchzieht meinen Nacken, meine Augen schweifen in die Ferne, das Gehirn gibt die Fehlermeldung ''bekannter Text'' aus. Und tatsächlich nach kurzer Suche finde ich den entsprechenden Artikel bei Wikipedia mit dem Namen histrionische Persönlichkeitsstörung.

    Ein Glas Rotwein später, eingenommen zur Entspannung und dem damit einhergehenden Abbau von tiefen psychologischen Gefühlen einer all umfassenden Destruktivität, stelle ich fest, dass der Text aus der Vorschau des Buches mit dem Artikel in der Wikipedia bis auf wenige Ausnahmen identisch ist und es einfacher wäre die Stellen aufzulisten, die nicht übereinstimmen. Stellt sich nur die Frage, warum dem verantwortlichen Redakteur, eine Koryphäe im Bereich der psychologischen Publikationen, Helge „Huffstodt“ Elleser, dieser Faupax nicht aufgefallen ist?

     

    Mein Fazit:

    0 von 5 Sternen für den Versuch mich zum Kauf eines Buches zu bewegen und 12,84 € zu berappen, dessen Texte der Wikipedia entnommen sind. Lieber lese ich das Original, da weiß man, was man hat.

    Karl-Friedrich Ranicki (Critic for Fabulous Psychological Fabrications)

     

    Die Ehe

    Books on Demand, 2015

    ISBN 3734793629

    124 Seiten

    12,99 € bei amazon.de

    Autor: Hildegard Mannheim

    Herausgeber: Christiane Kostarellos, Huffstodt Elleser

     

    Die Ehe eine Krankheit? Oder wie ist der Warnhinweis "Dieses Buch dient der Information. Es ersetzt weder Arztbesuch noch gibt es Tipps zur Eigen- oder Fremdbehandlung. Wenn Sie den Verdacht haben, erkrankt zu sein, gehen Sie bitte direkt zum Arzt“ am Anfang des Buches zu verstehen?"

    Hildegard Mannheim, als die "Grande Dame der angewandten Psychologie" angepriesen wird, soll dieses Buch verfasst haben. Aber ist das wirklich so? Wie bei allen Büchern aus dem Hause "Psychologie aktuell" stellt sich auch hier zunächst einmal die Frage: Wo kommt der Text dieses Buches eigentlich her? Zum Beispiel von einem Text, der bereits 1911 von Maud Churton Braby unter dem Titel Die moderne Ehe und wie man sie ertragen soll erschien. Und das soll eine "schonungslos ehrliche Abrechnung mit der Ehe und den Befindlichkeiten der Menschen von heute" sein, wie das Buch beworben wird? Wie geht das denn? Nun aus einem

    Vor nicht langer Zeit erregte auch der größte Moralist des neuen England, George Meredith, eine ungeheure Sensation durch seinen Vorschlag, daß die Ehe ein zeitweises Abkommen mit einer Minimalfrist von, sagen wir, zehn Jahren sein solle.

    Es ist klar, daß die Zeit für eine solche umstürzlerische Änderung noch nicht gekommen ist, aber wenn die Anzeichen und Symptome der letzten zwei Jahhunderte nicht trügen, können wir mit Sicherheit annehmen, daß die Zeit dafür kommen wird und daß die gegenwärtigen gesetzlichen Bestimmungen des Ehebandes in irgend einer Weise abgeändert werden müssen.

    macht 104 Jahre später Frau Mannheim einfach ein:

    Vor langer Zeit erregte auch der größte "Moralist" des alten England, George Meredith, eine ungeheure Sensation durch seinen Vorschlag, dass die Ehe ein zeitweises Abkommen mit einer Minimalfrist von, sagen wir, zehn Jahren sein solle.

    Es ist klar, dass die Zeit für eine solche umstürzlerische Änderung noch nicht gekommen ist, aber wenn die Anzeichen und Symptome des 21. Jahrhunderts nicht trügen, können wir annehmen, dass die Zeit dafür kommen wird und dass die gegenwärtigen gesetzlichen Bestimmungen des Ehebandes in irgendeiner Weise abgeändert werden müssen.

    Wenn Sätze wie,

    Allerdings kann die Zeit nicht die unendliche Mannigfaltigkeit der weiblichen Vergehen aufheben, wie sie sich in den Augen des Mannes spiegeln. Die Tradition hat das Thema geweiht, und die Gewohnheit erhält es. Und wenn die Posaune erschallen wird, wird der letzte lebende Mann darüber murren, dass „das Weib“ ihn alleine gelassen hat und der letzte Tote, der auferstehen soll, wird beim Erwachen darüber fluchen, dass seine Frau ihn nicht früher geweckt hat.

    die gleich 1:1 übernommen wurden, Sie ansprechen sollten, dann lesen Sie lieber gleich das Original. Dann wissen sie auch, dass diese "schonungslos ehrliche Abrechnung" mittlerweile 105 Jahre alt ist und nicht "von heute". Maud Churton Braby ist 1932 verstorben. Ihre Werke sind gemeinfrei.

    Für das Original gibt es eine kostenfreie Vorschau bei Google Books.

     

    Mein Fazit:

    0 von 5 Sternen für die falschen Versprechungen. Der Mensch von heute will keinen verdeckten, lauwarmen Aufguss eines 105 Jahre alten Buches.

    Reiner-Werner Ahnsinn (Executive Editorial Director)

    Die drei Geheimnisse der seelischen Fitness

    Books on Demand, 2015

    ISBN 3734794811

    21 Seiten

    3,99 € bei amazon.de

    Autoren: Andreas Rexroth, Klaudia Luise Weber, Katrin Fix

    Herausgeberin: Christiane Kostarellos

     

    Zwei der drei Geheimnisse seien gleich verraten. Das erste lautet "Geheimakte Costa Brava" und das zweite "Die Weisheit der Eule".

    Beim ersten Geheimnis erfährt der Leser folgendes:

    In Deutschland haben Arbeitnehmer einen gesetzlich geregelten Anspruch auf vier Wochen Erholungsurlaub pro Jahr. Die durch die Tarifvertragsparteien ausgehandelten Tarifverträge sind aber meistens deutlich großzügiger, so dass deutsche Arbeitnehmer durchschnittlich 29 Tage Urlaub im Jahr (und zehn gesetzliche Feiertage) haben. Sie liegen damit (nach Schweden, den Niederlanden und Dänemark) auf Platz 4 im europäischen Vergleich. Einzelne Studien bezeichnen die Deutschen dessen ungeachtet trotzdem als angeblichen „Freizeitmeister Europas“, obwohl die Fakten das nicht bestätigen.

    Wer schon ein paar Rezensionen auf unserer Seite gelesen hat, kann sich denken, woher dieser Text wohl kommt - ja Wikipedia mal wieder. Aber es gibt auch Inhalte, die so (glücklicherweise!) nicht in der Wikipedia stehen. So soll schon der liebe Gott ein "Burn-Out Präventologe" gewesen sein, schließlich habe er "schon in der Bibel (Altes Testament) festgelegt, dass man sechs Tage arbeiten und am siebten ruhen soll". Die Work-Life-Balance von 6:1 wäre "quasi eine Art göttlicher Rat" gewesen. Damit könne man gut, gesund und ohne Urlaub das Rentenalter erreichen, wird mal ganz lässig behauptet und die Arbeitgeberverbände werden dem sicherlich freudig zustimmen. Der Urlaub, wie er heute praktiziert wird, sei eine moderne Erfindung. Der organisierte Tourismus war denn sowieso eine Erfindung der Nazis ("Kraft durch Freude") - das kann ja nicht gut sein! Urlaubsreisen böten oft keine Erholung, sondern Stress und Reizüberflutung. Man solle daher genau prüfen, was man wirklich will. Man soll nicht der Herde folgen und eine Kneipkur im Spessart könnte die bessere Wahl als der Spanienurlaub sein. Was man denn nun machen soll, soll man seinem Bauchgefühl überlassen und die Psyche würde es einem danken. Der Text mit den Nazis stammt übrigens aus dem Buch Die Regeln der Partnerschaft von Dariush Barsfeld (ja, der mit der Goldenberg-Erleuchtung)

    Mein Bauchgefühl sagt mir, es wäre besser nicht weiter zu lesen, aber 2/3 der nur 21 Seiten sind das Ziel.

    Also zu "Weisheit der Eule". In diesem zweiten Kapitel geht es um den Schlaf. Der erholsame Nachtschlaf sei ein oft unterschätzter Faktor des Stressmanagements und Schlafstörungen seien eine Volkskrankheit. Danach folgt eine ganze Seite, die - wieder einmal - einfach aus der Wikipedia herauskopiert wurde. In dem Fall aus dem Artikel Schlafstörung, Absatz Verbreitung. Nun geb ich endgültig auf.

    Geheimnis Nummer drei nennt sich "Alternativrealitäten", doch an diesem Geheimnis bin ich nicht mehr interessiert.

    Bei Google Books gibt es eine kostenfreie Vorschau.

     

    Mein Fazit:

    0 von 5 Sternen für eine schlechte Mischung aus banalen Weisheiten und ein paar Fakten aus der Wikipedia. 20 Eurocent pro Seite sind sehr happig. Noch nicht einmal auf Amazon fanden sich Jubelperser für dieses Buch.

    Reiner-Werner Ahnsinn (Executive Editorial Director)

    Das Foto des Mädels ist Public Domain: https://pixabay.com/de/m%C3%A4dchen-sommer-sun-spaziergang-380621/

    Borderline Störung: Wissen in 5 Minuten

    Books on Demand, 2015

    ISBN 373920429X

    30 Seiten

    4,99 € bei amazon.de

    Autorin: Hildegard Mannheim

     

    Schön, schon im Titel ein Deppenleerzeichen, da fühlen wir uns doch gleich wegen dieser allzu menschlichen Unachtsamkeit nachsichtig gestimmt.

    Hui, in 5 Minuten soll der 30-seitige Text verarbeitet werden, das ist ehrgeizig. Aber sicherlich schaffbar, wenn man bedenkt, dass auf diesen Seiten auch noch Inhalts und Literaturverzeichnis sowie das Impressum vermerkt sind. Und Zeit ist Geld, die 5 Minuten sollen beim Kauf 5 Euro kosten.
    Fangen wir also schnell an: Das Grundlagenwissen wird in einem Steckbrief abgehandelt. ICD-Code, zuständige Ärzte, ach, es gehört in das Fachgebiet Medizin - gut zu wissen.
    Die Kurzdefinition ist erfreulich, endlich wurde der überlange Einleitungstext des
    Wikipedia-Artikels auf sechs Sätze eingedampft und dabei wesentliche Formulierungen beibehalten. Es folgt das pathologische Muster und wir sind überrascht: Fakten werden also durch die Sinne wahrgenommen. Falsche Schlüsse und Handlungsentscheidungen führen im Endeffekt zu sozialen Problemen. Was man nicht alles aus diesem Buch lernen kann... .
    Die nächsten Abschnitte klären uns in je drei bis vier Stichpunkten über häufige
    Missverständnisse, Fehldiagnosen und Mythen auf. Das hätte man vielleicht in
    einem Kapitel zusammenfassen können, aber die schön und sehr groß geschriebenen Zwischenüberschriften verbrauchen Platz und wir haben ja nur 5 Minuten, das passt so. Warum manchmal nummeriert und manchmal mit Markierungspunkten gearbeitet wird, erschließt sich dem staunenden Laien
    allerdings nicht.

    Die nächste Überschrift kündigt in dräuenden Großbuchstaben das PATHO-SCHEMA an. Die nachfolgende Grafik ist in der Leseprobe leider nicht verfügbar, aber eine solch grundlegende Darstellung sollte doch in gängigen Lehrbüchern zu finden sein. Da noch 3 Minuten übrig sind, werfen wir die Suchmaschine unseres Vertrauens an und finden ... nichts (mal abgesehen von einer Überschrift in einer Leseprobe).

    Bei Google Books gibt es eine kostenfreie Vorschau.


    Mein Fazit:
    1 von 5 Sternen für die originelle Geschäftsidee, pro Leseminute einen Euro aufzurufen. Was könnte z. B. Umberto Ecco verdienen - und er hätte es wirklich verdient!

     

    Das sagen die Anderen:
    Die 5-Sterne-Rezensentin Rita Fahrenhorst meint bei amazon.de:
    "Wer selbst nicht an der Störung leidet, dem ist geholfen mit diesem Buch."

    Daria Silberhügel (Senior Managing Editor)

    Die Goldenberg Regeln

    Books on Demand, 2010

    ISBN 3839196035

    180 Seiten

    14,95 € bei amazon.de

    Autor: Dariush Barsfeld

     

    Die Goldenberg Regeln sind ein Schlüsselwerk für "Psychologie aktuell" und des nach Goldenberg benannten "Goldenberg Instituts". Viele Bücher der Autoren von "Psychologie aktuell" berufen sich auf die Philosophie von Benjamin S. Goldenberg. Zeit, sich dieses Buch einmal näher anzuschauen.

     

    90 % des Buches erzählt Barsfeld von seiner täglichen Arbeit als Psychologe. Das tut er in einem lockeren, flüssigen Stil, der durchaus angenehm zu lesen ist. Man spürt in dem von ihm erzählten Geschiten das Talent des früheren Redenschreibers. Recht kurzweilig alles, aber wo bleibt der Titelheld? Ab Seite 159 erscheint dann endlich. Barsfeld erzählt von seiner Begegnung mit einem alten Mann, den er in einem Herbst in den 1990er Jahren zufällig im Londoner Regent's Park kennenlernte. Der Mann setzte sich auf einer Parkbank neben Barsfeld. Aus einem Smalltalk heraus entwickelte sich ein intensiveres Gespräch. Die Worte des Mannes seien so dicht und herausfordernd gewesen, dass er sich "völlig überflutet fühlte". Am Ende des Gesprächs stellte sich der alte Mann als Benjamin S. Goldenberg vor und verabschiedet sich mit "It was a pleasure to meet you" für immer aus Barsfelds Leben. Die "Quintessenz" von Goldenbergs Worten schreibt Barsfeld als "Die Goldenberg Regeln" auf. Im letzten Kapitel offenbart dann Barsfeld diese Weisheiten dem Leser. Acht Goldenberg Regeln, in zehn Sätzen über zwei Seiten (164 und 165) gestreckt. Die Regeln könnten aus Kalenderblättern oder einschlägigen Sprüche- oder Aphorismensammlungen stammen. "Realität ist das, was Du fühlst" (Regel No. 2) ist eine Übersetzung des Spruches "Reality is what you feel", der sich beispielsweise tausendfach im Internet findet. Ähnlich die Aussage ''Du kannst die Welt nicht verändern, aber verändere dich und du veränderst die Welt.'' (Regel No. 8. 2. Satz) Auch andere Goldenberg-Regeln (hier mal in korrekter Schreibweise) rufen - zumindest beim Rezensenten - keine sinnliche Überflutung hervor. "Du kannst nur verändern, was Du in seiner Substanz erkannt hast." (Regel No. 7) und "Erfahrungen an sich sind zunächst einmal weder gut noch schlecht, sie sind interessant" (Regel No. 5) haben aber bei Barsfeld gewirkt. Er hat dem "britischen Universalgenie" mit dem "Goldenberg Institut" ein Denkmal gesetzt. Wie man jemanden nach einem einmaligen "philosophischen Smalltalk" zum "Universalgenie" erheben kann, ist allerdings schon sehr befremdlich.

     

    Außerhalb der Welt von "Psychologie aktuell", ausgenommen die Außenstelle bei Huffington Post, hat das Buch bisher keine Rezeption erfahren. Wer es gelesen hat, wird sich darüber nicht wundern. Gregor Bergemann, seit August 2015 ist der "Metaphysiker" Autor bei "Psychologie aktuell", schrieb am 24. Oktober 2015 in der Huffington Post als "Mystery Autor" den Artikel "Goldenberg: Kann ein Buch eine Seele haben?" Er berichtet von seiner Begnung mit dem inzwischen an einer schweren Nervenkrankheit leidenden Barsfeld und lobt "Die Goldenberg Regeln" als eines jener Bücher mit einem Eigenleben, mit einer eigenen "Seele".

     

    Bei Psychologie aktueller sieht man dieses Buch deutlich kritischer:

    2 von 5 Sternen

    Bei Google Books gibt es eine kostenlose Vorschau des Buches.

    Reiner-Werner Ahnsinn (Executive Editorial Director)

     

     

    Dieses Foto der jungen Dame vom Cover des Buchs ist Public Domain bei http://www.uhdwallpapers.org

    Die Borderline Störung

    Books on Demand, 2015

    ISBN 3734750768

    136 Seiten

    12,99 € bei amazon.com

    Autor(en): ohne Angabe

    Texte: Andreas Rexroth, Helge H. Elleser

    Herausgeberin: Christiane Kostarellos

     

    Das Buch nennt keinen Autor und das wohl aus gutem Grund, denn wesentliche Teile des Buches wurden direkt aus der deutschsprachigen WIkipedia kopiert.

    Schade, dass nicht alles aus der Wikipedia übernommen wurde, so wäre denn auch der grobe Schnitzer im Buchtitel - landläufig als Deppenleerzeichen bezeichnet - ausgeblieben. Bedient hat man sich dabei bei vielen Wikipedia-Artikeln, nicht nur bei Persölnlichkeitsstörung und Borderline-Persönlichkeitsstörung. Eines von vielen Beispielen für die Kopierlust - in diesem Fall aus dem Artikel Psychoedukation:

    Aus dem Absatz

    "Ihren Ursprung hat Psychoedukation in der Verhaltenstherapie, in der das Wiedererlernen der eigenen emotionalen und sozialen Kompetenz im Vordergrund steht. In den letzten Jahren werden zunehmend systematische Gruppenprogramme entwickelt, die so genannten Psychoedukativen Manuale, um das Wissen über einzelne Störungsbilder und Erkrankungen den Patienten und Angehörigen gut verständlich zugänglich zu machen. Im Vorfeld der Verhaltenstherapie hat Paul Dubois den Terminus der Edukation (franz. éducation) im Rahmen seiner Persuasionstherapie bereits 1908 gebraucht. Dubois gilt als einer der Vordenker der Psychoedukation und als jener Wissenschaftler, der den Begriff "Edukation" erstmals in Psychologie und Psychotherapie eingeführt hat."

    in der Wikipedia, wird im Buch:

    "Ihren methodischen Ursprung hat Psychoedukation in der Verhaltenstherapie, in der das Wiedererlernen der eigenen emotionalen und sozialen Kompetenz im Vordergrund steht. In den letzten Jahren wurden zunehmend systematische Gruppenprogramme entwickelt, die so genannten "Psychoedukativen Manuale", um das Wissen über einzelne Störungsbilder und Erkrankungen den Patienten und Angehörigen gut verständlich zugänglich zu machen. Im Vorfeld der Verhaltenstherapie hat Paul Dubois den Terminus der Edukation (franz. éducation) im Rahmen seiner Persuasionstherapie bereits 1908 gebraucht. Dubois gilt als einer jener Wissenschaftler, der den Begriff "Edukation" erstmals in Psychologie und Psychotherapie eingeführt hat."

    Kaum zu glauben, die vier Sätze füllen tatsächlich 2/3 einer Seite des Buches. Doch zum Thema Schriftgröße und Textmenge später etwas mehr.

    Nach einer Liste von knapp zehn Seiten Literatur kommt auf Seite 134 dann doch ein kleiner Hinweis auf die Textquellen: Textfragmente der Wikimedia unterliegen der Lizenz CC-BY-3.0. Unter www.wikimedia.org ist die Autorenliste der Wikimedia themenweise abrufbar. Dass diese Nutzung und die Angaben zur Lizenz bzw. den Autoren nicht konform mit der Nutzungslizenz der Wikipedia sind, soll hier nicht weiter vertieft werden. Interessant ist, dass sich obiges Textbeispiel in mehreren Büchern von "Psychologie aktuell" wiederfindet. So ist der Text beispielsweise im Buch Zwänge von Alexander Oberwald und in Andreas Rexorths Werk Psychische Probleme enthalten. Textrecycling also.

    Die gute Nachricht zum Schluss: Die junge Dame auf dem Buchumschlag im Schneesturm hat keine Borderline-Störung. Sie ist recht vielseitig und kann einem beim Schuh- oder Jeanskauf im Kaufhaus oder einem Flirtratgeber begegnen. Sie wohnt hier und ihr Bild ist Public Domain.

    Pro Seite, die mit großen Buchstaben ausgesprochen wenig Text enthalten, 10 Eurocent sind ein ein stolzer Preis für ein Buch, das man in wesentlichen Teilen in der Wikipedia nicht nur kostenlos, sondern auch mit Quellenangaben lesen kann.

    Bei Google Books gibt es eine kostenfreie Vorschau.

     

    Bei Psychologie aktueller gibt es für dieses Buch:

    1 von 5 Sternen

    Ein Stern gibt es für die übernommenen Inhalte aus der Wikipedia, denn die sind wirklich gut. Der Preis ist reichlich heftig. Bei Amazon hat das Buch bei 18 Kundenrezensionen einen Durchschnitt von 4,4 von 5 Sternen. 15 sehr ähnliche formulierende Rezensenten bejubeln das Buch förmlich, während die wenigen Kritiker schonungslos den Gegenwind der Redaktion von "Psychologie aktuell" zu spüren bekommen. Keine Frage, hier soll der Verkauf gepusht werden.

    Reiner-Werner Ahnsinn (Executive Editorial Director)

     

    Freud spricht!

    Books on Demand, 2015

    ISBN 3738659765

    202 Seiten

    14,95 € bei amazon.de

    Autor: Sigmund Freud

    Herausgeber: Andreas Rexroth, Roswitha Müller-Schenkenbrink

     

    Wie das Vorwort verspricht, kommt tatsächlich der Meister selbst zu Wort, und nur er. Äußerst behutsam sei vom "Deutsch seiner Epoche in das Deutsch des Jahres 2015 übersetzt". Im Original steht beispielsweise der Satz:
    "Wir lehren ihn nun die Zusammensetzung dieser hochkomplizierten seelischen Bildungen verstehen, führen die Symptome auf die sie motivierenden Triebregungen zurück, weisen diese dem Kranken bisher unbekannten Triebmotive in den Symptomen nach, wie der Chemiker den Grundstoff, das chemische Element, aus dem Salz ausscheidet, in dem es in Verbindung mit anderen Elementen unkenntlich geworden war."
    Daraus machen die Herausgeber:
    "Wir lehren ihn nun die Zusammensetzung dieser hochkomplizierten seelischen Bildungen zu verstehen, führen die Symptome auf die sie motivierenden Triebregungen zurück, weisen diese dem Kranken bisher unbekannten Triebmotive in den Symptomen nach - ganz genau so, wie der Chemiker den Grundstoff, das chemische Element, aus dem Salz ausscheidet, in dem es in Verbindung mit anderen Elementen unkenntlich geworden war."

    Ja, äußerst behutsam, so dass man es auch gleich hätte lassen können. Das bietet dem Leser keinerlei Mehrwert.

    Freud ist seit 1939 tot. Seine Werke sind gemeinfrei und die 15 € kann man sich leicht sparen. Eine Übersicht über seine Werke, mit Links zu den freien Texten, findet man beispielsweise bei wikisource.

     

    Bei Psychologie aktueller gibt es für dieses Buch:

    1 von 5 Sternen

    Reiner-Werner Ahnsinn (Executive Editorial Director)

    Zwischen Himmel und Erde

    Books on Demand, 2015

    ISBN 3739261293

    124 Seiten

    9,95 € bei amazon.de

    Autor: Gregor Bergemann

    Herausgeber: Helge Huffstodt Elleser

     

    Das Buch wird als "eine Sammlung großen Fragen des Lebens, des Übersinnlichen und der Grenzwissenschaften" angepriesen. Faktisch ist es - wie im Buch vermerkt - eine "Sammlung journalistischer Artikel von Gregor Bergemann". Wer Bergemanns Beiträge in der Huffington Post kennt, wird sie in diesem Buch gleich wiederfinden. So beispielsweise das Kapitel über die "Morphogenetischen Felder", das er im September 2015 bei der Huffington Post veröffentlichte.

    Auch sonst hält das Buch was es verspricht: eine einfache Kompilation von Bergemanns Artikeln in der Huffington Post. Da er sonst nirgends publiziert, bringt das Büchlein für die knapp 10 € keinen sichtbaren Mehrwert. Wer schon zuvor Probleme mit Bergemanns schwurbeligem metaphysischem Stil hatte, sollte sowieso die Finger von diesem Buch lassen. Wer sich an pseudowissenschaftlichen Spekulationen erfreut, dem seien die kostenlosen Einzelbeiträge bei Huffington Post empfohlen. Bei Google Books gibt es außerdem eine kostenfreie Vorschau des Buches.

     

    Bei Psychologie aktueller gibt es für dieses Buch:

    0 von 5 Sternen

    Reiner-Werner Ahnsinn (Executive Editorial Director)

    Foto: CC0 bei https://pixabay.com/de/gro%C3%9Fmutter-alter-%C3%A4ltere-frau-506341/

    Psychologie querbeet

    Books on Demand, 2015

    ISBN 373865514X

    272 Seiten

    12,95 € bei amazon.de

    Autoren: Andreas Rexroth, Katrin Fix, Klaudia Luise Weber, Helge Huffstodt Elleser, Hildegard Mannheim

    Herausgeber: Roswitha Müller-Schenkenbrink, Christiane Kostarellos

     

    63 Kapitel versucht dieses Buch auf 272 abzuhandeln. Die Themen reichen dabei von A wie Autimus bis Z wie Zwangsstörung. Viele dieser Artikel erschienen zuvor bei der Huffington Post und wurden 1:1 in dieses Buch übernommen. So beispielsweise der Artikel "Borderline und das Umfeld". Zuvor erschien der Text auch schon in dem Buch "Die Borderline Störung: Über eine unverstandene Krankheit" von Christiane Kostarellos (Hrsg.) und der Text wurde (nicht lizenzkonform) aus der deutschsprachigen Wikipedia übernommen. Kapitel 1 "Persönlichkeitstörungen" wurde weitgehend unverändert aus dem Artikel "Persönlichkeitsstörung" aus der Wikipedia entnommen.

    In der Huffington Post wurden diese Artikel mittlerweile entfernt (Beispiel). In Webarchiven lassen sie sich noch finden: Im Beispiel

     

    Wer es besser, aktueller und kostenfrei möchte, dem seien die Artikel aus der Wikipedia empfohlen. Die sind auch ohne sprachlichen Ballast und Binsenweisheiten wie "So wichtig wahre Freunde sind, ist auch ein starker Bekanntenkreis unabdingbar für ein sozial gelingendes Leben. Unsere Gesellschaft funktioniert trotz aller Institutionen stets auch auf einer menschlichen Achse."

     

    Bei Psychologie aktueller gibt es für dieses Buch:

    2 von 5 Sternen

    Die Sterne gibt es für die übernommenen Inhalte aus der Wikipedia, denn die sind im Vergleich zu den Veröffentlichungen in der Huffington Post wirklich gut.

    Reiner-Werner Ahnsinn (Executive Editorial Director)

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    Reiner-Werner Ahnsinn

    (Executive Editorial Director)

     

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    Reiner-Werner Ahnsinn ist ein international gefragter Kritiker von Psychologie-Publikationen. Als staatenloses Mitglied einer mobilen ethnischen Minderheit ist er ohne festen Wohnsitz und somit ohne Postadresse.